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Mikroromancier

ID: 14867443

calendar_today22-05-2008 12:00:07

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Im Schaufenster vom Interdiscount geistert auf vier großen Bildschirmen ein Mann mit einer schleckstängelrosa Jacke auf. Dann leuchtet ein grüner Rasen auf. Hinter Petflaschen schwebt ein Akuschlagbohrschrauber von Bosch hoch. Nichts hat sich geändert in den letzten zwei Jahren.

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Ich hab mir Gedanken gemacht, hinter Gittern. Wenn ich zurückginge durch die Zeit, vielleicht könnte ich sie vergessen, und um eine andere Ecke biegen, und ich wäre ihr nie begegnet. Romanshorn ist klein, viele Ecke gibt es nicht, früher oder später wäre ich ihr begegnet.

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Im Schaufenster vom Interdiscount ist wieder alles grün. England führt. Jetzt ist alles anders aber nichts hat sich gerändert. George Michael ist tot. Und Bowie. Und Prince. Wer weiss, wie lange es Kajagoogoo noch macht. Vielleicht Küssnacht. Vielleicht London.

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Ich wäre ihr ganz bestimmt wieder begegnet. Auch in Küssnacht, wahrscheinlich sogar in London. In Romanshorn sowieso. Ich kann nicht zurück. Bei Frisco-Findus will man mich nicht mehr. Nicht seit dem Unglück mit den Raketen. René hat mich auf eine schwarze Liste gesetzt.

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Das Gefängnis macht nüchterner. Es nimmt einem den Schwung. Das Romantische kommt zu kurz hinter Gittern. Da werden gewisse Dinge klar. Dinge, die das Romantische vernebeln wollte. Schlüsselerlebnisse im Gefängnis, sozusagen.

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In der Schule haben mich Wörter lachen gemacht, wenn sie fremd wurden und mir dann plötzlich so nahe kamen, dass ich sie nicht mehr nur zur Kenntnis nahm, sondern wirklich spürte, innen. Ich habe diese Fähigkeit verloren und wieder erlernt.

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„Vielleicht Küssnacht“, habe ich gesagt. „Wenn alles schiefgeht… vielleicht Küssnacht.“ Ich habe mich für eine Stelle im Migros-Restaurant im Rigicenter (All you can eat!) beworben, aber eine Kochlehre in der Kantine der Ciba reicht da nicht. „Zu lange weg vom Beruf!“ hiess es.

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„Ausserdem wohnen Sie zu weit weg. Von Romanshorn nach Küssnacht! Das ist ein wahnsinniger Arbeitsweg!“ Als ich erklärte, dass ich nach Küssnacht ziehen würde für den Job, wollte der Herr Sardonelli von der Migros HR wissen, warum ich mich nicht in Romanshorn bewerben würde.

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“Wie sind Sie überhaupt auf den Gedanken gekommen? Das ist ein Museum, kein Hotel, keine Notschlafstelle. Sie können doch nicht einfach…“

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“Angefangen hat alles damit, dass ich nach einem Hubstaplerunfall meine Stelle bei Frisco-Findus verloren habe. Verliebte Hubstapelfahrer…

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Ich war zu verliebt für den Hubstapler. Verliebte Hubstapelfahrer sind gefährlich. Lieber ein betrunkener als ein verliebter Hubstapelfahrer

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In Gedanken bei meiner Gräfin mit einem Palette Raketenglacé ins Glaskabäuschen vom Haller René gerasselt. Absichtlich meinte René.

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Der René hatte mir immer den Eistee weggesoffen. Um ihn zu überführen, hab ich ein Abführmittel für Rennpferde in meinen Tee gemischt.

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Seitdem hasste er mich, und deshalb behauptete er, ich sei absichtlich ins Kabäuschen gefahren. Was nicht stimmt. Verliebt war ich. Bin ich.

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“Wer ist diese Gräfin, und was hat sie mit dem Museum zu tun?“ wollte der Wachtmeister wissen. Noch immer suchte er etwas in meinen Augen.